Wissenschaftsmoden und -gemeinschaften

Menschen brauchen Identifikation und Gemeinschaften. Wissenschaftler sind nicht anders. So entstehen Wissenschaftsmoden und um die Themen dieser moden Wissenschaftsgemeinschaften.

Dies ist gut, weil es Wissenschaflter zusammenführt und eine konstruktive Dynamik schafft. Dies ist schlecht, weil es mit Isolierung und Ausgrenzung schaffen mag. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist nicht im Sicht. Ein Ausweg wäre übrigens nicht nur für die Wissenschaft wünschenswert, es wäre vielmehr ein Beitrag zur Weltfriede!

Weil es Wissenschaftsmoden und -gemeinschaften gibt, die Isolierung und Ausgrenzung zur Folge haben können, ist der kritische Blick auf solche Gefahren wichtig. Im Post “Tales of a Semantic Web Skeptic” von seinem Haystack Blog leistet Michgael Bernstein eine solche konstruktive Kritik. Diese Kritik finde sie erfrischend und berechtigt.

Nun zum Kernthema: Was ist die wissenschaftliche Bedeutung der “Semantic Web”-Bewegung? Es ist, meine ich, schwer zu sagen. Zweifelsohne werden sich viele der Ziele des Semantic Web etablieren – etwa die Vision von Linked Data und die Vision der automatischen Verarbeitung von Meta-Daten. Ich wette allerdings, dass OWL in der Industrie ein Flop sein wird, und dass RDF/S in der Praxis sich durchsetzen werden, wenn sie vom ideologischen Balast befreit werden – etwa von der unnötigen und Viees erschwerenden Einschränkung auf Tripeln.

Semantische Ansätze werden sich vermutlich erst dann durchsetzen, wenn keine sauber spezifizierte “Semantik a priori” verlangt wird, sondern mit einer unsauberen “Krim-Kram-Semantik” umgegangen werden kann. Bei uns wird bald die Dissertation von Alex Kohn erscheinen. Sie belegt eindrucksvoll, dass eine “Krim-Kram-Semantik” ungeheuerlich potent sein kann.

FB

Post Scriptum: Für den Hinweis auf den Post von Michael Bernstein bedanke ich mich herzlich bei Raphael Wimmer.

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